Dirofilariose (Herzwurmkrankheit) Bei den Erregern der Dirofilariose bei Hund und Katze handelt es sich um Nematoden. In den Tropen und  Subtropen, u. a. in den USA und im Mittelmeerraum, ist der Erreger weit verbreitet. Die im Blutstrom von Hunden  zirkulierenden Larven (Mikrofilarien) werden durch Stechmücken (Culiciden) aufgenommen und entwickeln sich  in der Mücke (Zwischenwirt) bis zum 3. Larvenstadium. Durch neuerliches Stechen  werden diese Larven wieder auf Hunde übertragen. Nach ca. 3 Monaten gelangen  die jugendlichen Stadien in die Lungenarterie und in die rechte Herzhälfte des  Endwirtes, wo sie innerhalb von 5 - 7 Monaten zu erwachsenen Herzwürmern  heranreifen. Die weiblichen Würmer können bis zu 30 cm lang werden. Diese  entlassen Mikrofilarien in das Blutsystem des Wirtes. Diese Mikrofilarien werden  beim Saugakt von Stechmücken wieder aufgenommen.  Klinik  Starker Befall mit Dirofilarien führt zum Verschluss der Blutgefäße, vorwiegend in der Lunge und Leber. Als  Symptome können Lungenhochdruck und eine Vergrößerung der rechten Herzhälfte auftreten. In chronischen  Fällen kommt es zu Stauungen in der Leber, Wassereinlagerungen, Nierenentzündungen und Ekzemen. Auffällig  ist, dass die Tiere seit längerem husten und an Atemnot oder Erbrechen leiden.   Diagnose  Das klinische Bild und die Tatsache eines Aufenthaltes im Verbreitungsgebiet des Erregers begründet eine  Verdachtsdiagnose. Anhand verschiedener bildgebender Verfahren lassen sich Herz- und Gefäßveränderungen  erfassen. Durch Abhören der Hunde und EKG- Untersuchungen erhält man in fortgeschrittenen  Erkrankungsstadien wertvolle Befunde. Anhand von Blutproben ist der Nachweis zirkulierender  Antigene im Blut  möglich. Die Tests zeigen einen Befall  ab 5 - 6 Monaten nach der Infektion an. Differentialdiagnostisch sollten  bei  nachgewiesenen Parasiten im Blut Infektionen mit ungefährlichen oder weniger gefährlichen  Filarien  ausgeschlossen werden.  Therapie Zur Vorbeugung und akuten Therapie der Larvenstadien stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung (z. B.  Ivermectin, Milbemycin und Selamectin). Der behandelnde Tierarzt kann individuell  beurteilen, welche Therapie  den besten Erfolg verspricht. Tiere, die von großen Mengen erwachsener Dirofilarien befallen sind, sollten nicht  mit den angegebenen Medikamenten behandelt werden, da dies eine akute, schwere Erkrankung mit eventueller  Todesfolge der Hunde hervorrufen kann. Bei einem Massenbefall mit Dirofilarien ist nur eine chirurgische  Entfernung der Parasiten aus der rechten Herzkammer und den betroffenen Lebervenen Erfolg versprechend.   Mikrofilarie im Blut eines an Herzwurm erkrankten Hundes (ZeckLab, Burgwedel)