Was verstehen wir unter Ektoparasiten bei Pferden?  Ektoparasiten leben außen auf der Haut oder im Haarkleid der Pferde und ernähren sich von Haut- und  Haarprodukten, Sekreten oder sie stechen und saugen Blut. Dabei schädigen sie die Pferde durch Juckreiz und  Schmerz und die dadurch entstehende Unruhe, sowie durch Übertragung von Krankheitserregern.  Welche Arten von Ektoparasiten können Pferde befallen und schädigen?  Bei den Ektoparasiten, die Pferde befallen, müssen zwei biologisch und in ihrer Lebensweise sehr  unterschiedliche Gruppen unterschieden werden:  1. Man muss die ständig und in allen Entwicklungsstadien (permanent und stationär) auf den Pferden  lebenden Parasiten (z. B. die Räudemilben) von   2. den nur zeitweise (temporär) und in einzelnen Entwicklungsstadien auf den Pferden lebenden Parasiten  unterscheiden (z. B. Stechfliegen und ihre Larven).   Dies ist wichtig für das Zustandekommen des Befalls (Infektion) mit Parasiten, die Behandlung und Bekämpfung,  sowie die Auswahl von geeigneten Präparaten zur Behandlung.  Woran kann man den Befall mit Ektoparasiten erkennen? Ektoparasiten leben auf oder in der Haut und an den Haaren. Durch ihre Nahrungsaufnahme und Bewegung  reizen sie die Haut, führen infolge des Juckreizes zu ständiger Unruhe, Kratzen und Belecken der befallenen  Stellen bis zum Blutigwerden. Damit verbunden sind Leistungsabfall und schlechtere Futteraufnahme. Einige  Arten der Parasiten sind mit bloßem Auge sichtbar, andere nur mit der Lupe oder unter dem Mikroskop. Eine  sichere Diagnose bestimmt hier den Erfolg der Behandlung. Die Lokalisation der Befallsstellen kann schon  wichtige Hinweise auf die Art der Parasiten geben.   Wie kann sich ein Pferd mit stationären Ektoparasiten, wie z. B. Räudemilben, infizieren? Die Infektion mit Räudemilben und auch mit Haarlingen erfolgt durch Kontakt der Pferde untereinander. Die  Parasiten können von der Stute auf das Fohlen und auch zwischen erwachsenen Pferden übertragen werden.  Die direkte körperliche Berührung ist der häufigste Weg. Dabei sind die Zeitdauer des direkten Kontaktes und die  Stärke des Befalls von Bedeutung. Häufig sind auch Übertragungen durch Putzgeräte, an denen die Milben und  Haarlinge oder deren Eier tage- bis wochenlang überleben können. Weiterhin kann es zu einer indirekten  Übertragung durch Bauteile von Boxen (Hölzer mit Spalten) und Transportfahrzeugen, die nicht ausreichend  gesäubert und dekontaminiert wurden, kommen.  Welche Arten von stationären Ektoparasiten befallen Pferde und welches sind die Symptome des Befalls? Milben und Haarlinge sind die häufigsten Ektoparasiten bei Pferden. Sie treten bei Pferden vorwiegend zum  Winterausgang, nach Stallhaltung und bei Tieren mit langem Haarkleid auf.  Haarlingsbefall lokalisiert sich vorzugsweise an der Mähne und am Schweifansatz. Man kann die Nissen (Eier)  der Haarlinge als weißliche Stippen in der Größe eines Stecknadelkopfes an den Haaren angeklebt erkennen  oder sogar die lebhaft beweglichen, ca. 1,5 mm großen Haarlinge in der Tiefe des Fells laufen sehen.  Milben sind nur nach Entnahme einer Haar- und Hautprobe unter  dem Mikroskop zu unterscheiden. Am  häufigsten sind bei uns heute wieder die Nagemilben (Chorioptes) in langen Behängen an den Fesseln zu finden  (Fußräude). Befallene Pferde beißen sich, knabbern und stampfen auf, da der Milbenbefall Juckreiz verursacht.  Der Befall mit Psoroptes- und Sarkoptesmilben (Körperräude) war zu Kriegszeiten durch den Kontakt vieler  Pferde und Mangelernährung auch bei uns verbreitet. Heute ist er selten geworden. Beide Räuden treten jedoch  noch häufig in östlichen und südöstlichen Ländern auf. Die Körperräude beginnt vorwiegend am Rücken in der  Sattellage (Psoroptes) oder im Kopf-Halsbereich (Sarkoptes). Die Räude verursacht heftigen Juckreiz. Es  entstehen in fortschreitenden Fällen großflächige Haarverluste und blutig gescheuerte Stellen.     Wie kann man das Übertragungsrisiko gering halten?  Pferde vor dem Zusammenstellen auf Symptome des Befalls mit Ektoparasiten untersuchen  Kein gemeinsamer Transport von gesunden und von mit Ektoparasiten befallenen Pferden  Bei Verdacht eines Befalls Pferde inspizieren und bei Auftreten von verstärktem und häufigem Juckreiz  eine diagnostische Untersuchung durchführen  Welche Behandlungen sind möglich und zu empfehlen? Schon das einfache Abschneiden oder Scheren der Haare bringt eine wesentliche Verringerung der Parasiten.  Es wird damit nicht nur die Zahl der Parasiten reduziert und deren Lebensraum zerstört, vor allem die Nissen  werden entfernt und damit die Vermehrung unterbrochen.   Es sind  die für Pferde in Deutschland zugelassenen Medikamente  wirksam. Für die Diagnose und Verordnung  muss der Tierarzt hinzugezogen werden. Die in der Tiefe und von der Haut lebenden Milben (Sarkoptes,  Psoroptes) lassen sich am besten mit Hilfe eines systemisch wirkenden Avermectins (eines End-Ektozids wie  z.B. Ivermectin) abtöten. Der Vorteil ist vor allem die sichere Wirksamkeit am gesamten Körper der Pferde.  Schon nach einer Applikation sorgt die lange Wirkungsdauer auch für die Vernichtung der sich noch  entwickelnden Milben aus den noch abgelegten Milbeneiern.  Eine Behandlung der oberflächlich auf der Haut und an den Haaren lebenden Ektoparasiten, wie Fußmilben  (Chorioptes) und Haarlinge, allein durch systemisch wirkende Präparate (Avermectine) ist oft nicht sehr  erfolgreich. Hier führt die Anwendung von insektiziden Waschungen oder eine Kombination beider  Behandlungsmethoden zum gewünschten Ergebnis. Bei Pferden ist der Wirkstoff Permethrin zur Anwendung  zugelassen. Er ist in der Wellcare-Emulsion zur Fliegenbekämpfung für Pferde verfügbar. Auch wenn die  Indikation zur Behandlung anderer Ektoparasitenarten als Indikation nicht vorgesehen ist, so stellt der darin  enthaltene Wirkstoff Permethrin ein hervorragendes Kontaktinsektizid mit Wirkung gegen alle Ektoparasiten dar.  Nach Waschung der befallenen Körperstellen sterben die Haarlinge und Milben durch Kontakt mit dem Präparat  ab. Nissen werden jedoch nicht vernichtet. Es sind daher wenigstens zwei, bei starkem Befall besser drei  Behandlungen in wöchentlichem Abstand notwendig.