Leishmaniose Infektiologie und Pathogenese Die Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit, deren Erreger Leishmania donovani (infantum) durch den Stich  kleiner Mücken (Gattung Phlebotomus, Schmetterlings- oder Sandmücken genannt) übertragen werden. Die  Erreger sind Protozoen, die in ihrer Entwicklung mehrfach Formen mit und ohne Geißeln (promastigot und  amastigot) ausbilden. Saugt eine weibliche Mücke an einem infizierten Hund, nimmt sie mit dem Blut die in  den Makrophagen liegenden amastigoten  Stadien auf. In der Mücke  besiedeln sie die Darmwand und vermehren sich dort. Bei einem weiteren  Stechakt der Mücke werden die mittlerweile promastigoten Stadien einem  neuen Wirt mit dem Speichel in die Haut injiziert. In der Haut werden sie  erneut von Makrophagen aufgenommen, verlieren die Flagellen und  vermehren sich intrazellulär als amastigote Formen.  Entwickelt der Wirt keine schützende Immunantwort, verteilen sich die  Parasiten im Körper und befallen Knochenmark, Milz und Leber. Die  Leishmanien verursachen eine langsam verlaufende (chronische),  unbehandelt häufig tödlich verlaufende Erkrankung.  Verbreitung und Ökologie  Die Verbreitung der Leishmaniose ist an das Vorkommen der übertragenden Phlebotomenarten gebunden.  Sie erstreckt sich auf tropische und subtropische Gebiete. In Europa sind infizierte Phlebotomen in  mediterranen Ländern wie Türkei, Griechenland, Zypern, Italien, Süd-Frankreich, Spanien und Portugal zu  finden. In neuerer Zeit wurden auch in der Südschweiz und in Süddeutschland Phlebotomen nachgewiesen.  Die Eiablage der Mückenweibchen und die Entwicklung der Larven finden an schattigen, leicht feuchten  Orten statt, wie z. B. Mauerspalten und Baumhöhlen. Durch ihre pelzartige Behaarung sind Phlebotomen  schlechte Flieger, weshalb Sie die windstillen Abend- und frühen Morgenstunden zur Suche ihrer Wirte und  zum Stechen bevorzugen.    Eine Natursteinmauer mit Mauerspalten    ist ein ideales Brutbiotop für Sandmücken    (Phlebotomen). Infektionen durch Mückenstiche    erfolgen im Umkreis von weniger als 1 km  Engelsmücke, Überträger der Leishmaniose Brutbiotop für Sandmücken